Hyperloop aus der Routine

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Foto: Florian Büttner

Dauerlockdown und endlose Einschränkungen haben eine zermürbende Wirkung. Nichts wünschen wir uns mehr, als zurück zu unserem gewohnten Alltag. Das Licht am Ende des Tunnels scheint aber einfach nicht näher zu kommen. Seit mehr als einem Jahr bremst uns das Virus privat und beruflich aus. Wir arbeiten flexibler und digitaler, aber ohne die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz.

Kontaktbeschränkungen erzeugen Isolation, Homeschooling brachte Stress in die Familien. Es ist eine Situation, die niemand wollte. Trotzdem müssen wir damit umgehen. Die Routine ist weg und das ist auch eine gute Gelegenheit das Gewohnte in Frage zu stellen.

In der Arbeitswelt hat uns Corona wie ein Hyperloop mit Hochgeschwindigkeit in eine neue Zeit gebracht. Die Veränderungen sind tiefgreifender als sie auf den ersten Blick erscheinen. Homeoffice beispielsweise bedeutet viel mehr, als nur die Verlegung des Schreibtisches in die private Wohnung.

Der Trendforscher Franz Kühmayer spricht von einer wachsenden Eigenverantwortung der Mitarbeiter, von neuen Organisationsstrukturen, in denen die Vorgesetzten nicht mehr als Aufpasser ihres Teams fungieren. Die Führungskultur wandelt sich von Kontrolle hin zu mehr Vertrauen, so auch eine Bertelsmann-Studie zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitswelt. Die Arbeit und das Miteinander werden neu gedacht. Es tut doch auch ganz gut eingefahrene Wege zu verlassen.

Corona hat uns deutlich gemacht, wie wertvoll Familie, Freunde und auch die beruflichen Kontakte für unser Leben sein können. Bei allen Vorteilen der fortschreitenden Digitalisierung, persönliche Gespräche, der anregende Austausch und die lebhafte Diskussion sind unersetzbar und sollten nach der überstandenen Krise nicht wieder zur achtlosen Alltagsroutine werden.